Baumfarne – Exotische Grüße aus der Urzeit
Baumfarne sind urtümliche Pflanzen und wachsen seit mindestens 300 Millionen Jahren auf unserem
Planet. Sie hatten schon damals Wälder gebildet, die jedoch grundsätzlich anders ausgesehen
haben als heute. Baumfarnwälder waren im Karbon auch in Deutschland weit verbreitet und bildeten
unsere Steinkohle. Wir finden sie heute fossil in den Kohlen, und die Versteinerungen belegen , dass
sie damals schon genauso ausgesehen haben. Baumfarne gehören demnach zu den lebenden Fossilien.
Heute findet man Baumfarne in freier Natur nur noch in der Regenwaldzone von tropischen Ländern – ein Hinweis darauf, dass früher in auch Deutschland tropisches Klima geherrscht haben muss. Zum Glück brauchen wir aber selbst heute nicht auf einen attraktiven Baumfarn zu verzichten, denn Experten haben einige pflegeleichte Arten auch für unsere Breiten entdeckt.
Seriöse Spezialisten raten allerdings, beim Kauf eines Baumfarns darauf zu achten,
das der Pflanze ein Zertifikat anheftet ist. Das bescheinigt, dass sie aus kontrolliertem Anbau kommt.
Baumfarne sind durch das Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt.
Der Austrieb der Baumfarne gehört ganz sicher zu einer der faszinierendsten Erscheinung im Pflanzenreich,
und es ist schwer vorstellbar, dass die als primitiv eingestuften Farnpflanzen diese Perfektion schon
vor Hunderten von Millionen Jahren entwickelt haben.
Bereits im Austrieb zeigen sie typische Artmerkmale, sei es in der Form der Aufrollung, in der Art
der unterschiedlichen Beschuppungen oder in der Farbe ihrer Wedel.
Zur Zeit entsteht im Luisenpark, Mannheim (www.stadtpark-mannheim.de)
ein extra "Baumfarn-Haus" mit unseren Pflanzen.
Eröffnung ist im Frühjahr 2009 zum 25jährigen Jubiläum des Förderkreises
der Freunde des Luisenparks e.V..
Das Besondere bei Baumfarnen ist, dass der ganze Stamm aus
Wurzeln besteht.
Der Baumfarn hat mehr
Wurzeln im Stamm als in der Erde. Erdwurzeln dienen lediglich der Verankerung. Nahrung und Wasser
werden fast ausschließlich über die Wurzeln im Stamm aufgenommen. Darum gießt man
den Baumfarn grundsätzlich von oben und seitlich, damit sich der Stamm richtig voll saugen kann.
Auch die Flüssigdüngung wird auf diese Weise verabreicht, denn dann hat man den Dünger
gleich da wo er hingehört.
Man darf mit Wasser nicht geizen, denn schließlich kommen alle Baumfarne aus Regenwaldgebieten, in denen nie Trockenheit herrscht. Die Zahl der Arten geht in die Hunderte, und sie sind über alle tropischen Zonen der Erde verbreitet. Bekannt sind die Gattungen Blechnum, Pneumatoperis, Cyathea und Dicksonia.
Alle Baumfarne lassen sich während des Sommers gut im Garten an einem schattigen Platz kultivieren. Einige wenige Arten der Gattung Blechnum vermehren sich dann durch Sprossung, eine Art bildet sogar Jungpflanzen auf ihren Wedeln aus. Aber die normale Vermehrung der Farnpflanzen geschieht über Sporen, die erst nach einer komplizierten Entwicklung über so genannte Vorkeime neue Pflanzen ergeben.
Die robusteste Art ist sicherlich Dicksonia antarktika.
Sie ist am besten für draußen geeignet, weil sie aus den südlichen Regionen Australiens,
speziell Tasmanien, kommt, wo es im Sommer fast genauso kalt ist wie bei uns im Winter, aber es herrschen
nicht ganz so strenge Dauerfröste. Daher sollten alle Baumfarne im Winter in ein nicht zu stark
beheiztes Winterquartier eingeräumt werden. Es kann ruhig dunkel sein, denn die neuen Blattwedel
halten jetzt Winterschlaf. In klimatisch günstigen Gebieten oder an geschützten Standorten können
Dicksonia antarktika auch im Freiland ausgepflanzt werden. Im Winter müssen sie sorgfältig
mit Strohmatten und Vlies eingepackt werden als Schutz vor strengen Frösten. Werden sie in dieser
Zeit weiterhin regelmäßig gegossen, verbreiten sie auch im nächsten Jahr wieder ihren
unwiderstehlichen Urweltcharme in einheimischen Gärten.


